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Unternehmensbeitrag

Faktor-ETFs: Systematisch Renditequellen erschliessen

Von Raimund Müller - UBS ETF Schweiz und Liechtenstein · 2015

Neben klassischen Exchange Traded Funds (ETFs), die einen Standard-Index abbilden, etablieren sich neue ETFs, die gezielt auf spezielle Faktoren setzen.

Traditionell gelten ETFs als breit diversifizierte und kostengünstige Anlageform, die ebenso effizient wie transparent grosse Aktienindizes wie den MSCI EMU oder den MSCI USA abbilden. Im Kosmos der ETFs hat sich in den vergangenen Jahren allerdings einiges getan. Inzwischen gibt es eine ganze Reihe innovativer Investmentlösungen in diesem Segment, mit denen Anleger ihre Portfolios gezielt optimieren können. Gemeinsam ist diesen neuen börsengehandelten Fonds, dass ihre Indexbestandteile nicht ausschliesslich nach Marktkapitalisierung gewichtet werden. Dazu gehört etwa die wachsende Zahl von Faktor-ETFs am Markt. Diese spezialisierten ETFs bieten Anlegern die Möglichkeit, zusätzliche Renditequellen zu erschliessen und ihr Anlagerisiko zu streuen.

Anlageansatz: Factor Investing

Der hinter diesen Strategien stehende Anlageansatz heisst: Factor Investing. Er basiert massgeblich auf den Erkenntnissen des Wirtschaftsnobelpreisträgers Eugene Fama und seinem Kollegen Kenneth French. Die beiden Finanzmarktforscher fanden in den 1990er Jahren heraus, dass die Renditeerwartung von Aktien nicht allein durch das Marktrisiko (Beta) bestimmt wird.

Renditeerwartungen von Aktien werden nicht allein durch das Marktrisiko (Beta) bestimmt.

Da Value- oder Low Volatility-Titel in längeren historischen Perioden Überrenditen im Vergleich zum Gesamtmarkt erzielt haben - teils bei geringeren durchschnittlichen Schwankungen -, mussten auch andere Faktoren die Aktienrenditen beeinflussen. Sie kamen zu dem Schluss, dass Faktoren wie beispielsweise der Value die Rendite von Aktien mitbestimmen. Aktuellere Forschungsbeiträge aus der Finanzwissenschaft haben eine Vielzahl weiterer Faktoren definiert, die Investoren bei der Zusammenstellung ihres Portfolios beachten sollten. Bestimmten Faktoren wird dabei eine besonders grosse Bedeutung für den Prämienertrag eines Investments attestiert.

Bestimmten Faktoren wird dabei eine besonders grosse Bedeutung für den Prämienertrag eines Investments attestiert.

Die wohl bekannteste und wissenschaftlich gut fundierte Familie von Faktoren hat der Indexanbieter MSCI entwickelt. Ganz allgemein gruppieren diese Indizes potenzielle Investment-objekte anhand bestimmter Faktoreigenschaften ein, aus denen sich Rückschlüsse auf Return und Risiko ergeben. 

Verschiedene Faktoren 

Der Faktor «Value» identifiziert beispielsweise Aktien, die relativ niedrige Preise im Vergleich zu ihrem Fundamentalwert haben. Hierfür werden Kennzahlen wie das Kurs-Gewinn-Verhältnis, das Kurs-Buchwert-Verhältnis und das Kurs-Cashflow-Verhältnis analysiert. Langfristig - so das zugrunde liegende Kalkül - bieten diese Aktien aufgrund ihrer Unterbewertung Prämienpotenziale gegenüber dem Gesamtmarkt. Aktien, die eine niedrigere Volatilität als der Marktdurchschnitt haben, werden vom Low-Volatility-Faktor erfasst. Die geringen Kursschwankungen dieser Faktor-Klasse wurden als entscheidendes Charakteristikum isoliert, das gemäss der wissenschaftlichen Erkenntnis historisch zu Überrenditen geführt hat. Der Quality-Faktor berücksichtigt Aktien von Unternehmen mit hochwertigen Bilanzdaten. Darunter werden Aktien von Unternehmen mit langjährig bewährten Geschäftsmodellen und nachhaltiger Profitabilität zusammengefasst. Massstab sind unter anderem eine hohe Eigenkapitalrendite, geringe Gewinnschwankungen und ein niedriger Verschuldungsgrad der Unternehmen. Ermöglichen Aktien Anteilseignern höhere Kapitalrückflüsse als der Marktdurchschnitt, greift der Total Shareholder-Yield-Faktor. Hierunter fallen Unternehmen, die sich auf die Kapitalrendite ihrer Anteilseigener fokussieren - zum Beispiel mit überdurchschnittlich hohen Ausschüttungsquoten oder Rückkaufprogrammen. 

Inzwischen können Anleger den Ansatz des Factor Investing systematisch, transparent und zu niedrigen Kosten ins Portfolio kaufen.

Zugang zu diesen Faktoren hatten Investoren bis vor Kurzem nur durch aktives Portfolio-Management. Inzwischen können Anleger den Ansatz des Factor Investing systematisch, transparent und zu niedrigen Kosten ins Portfolio kaufen - etwa indem sie in ETFs investieren, die sich auf Faktor-Indizes beziehen. 
Im Rahmen einer Core-Factor-Satellite-Strategie können Investoren die Stärken von klassischen und innovativen ETFs sogar kombinieren: Im Kern eines Portfolios können nach

Investoren können die Stärken von klassischen und innovativen ETFs sogar kombinieren.

Marktkapitalisierung gewichtete ETFs gehalten werden, während Faktor-ETFs mit der Chance auf Überrenditen und guten Diversifikationseigenschaften als Satelliten das Gesamtkonstrukt ergänzen und austarieren. Durch die Über- oder Untergewichtung einzelner Faktoren haben Investoren die Chance, die Diversifikation und somit das Risiko-Ertrags-Profil ihres Portfolios zu verbessern.

Mehr Informationen ubs.com/etf-insights

Zum Autor

Raimund Müller trägt als Leiter UBS ETF Schweiz und Liechtenstein die Verantwortung für das ETF-Geschäft von UBS in beiden Märkten.
Der studierte Betriebsökonom verfügt über mehr als ein Jahrzehnt Erfahrung in der Asset-Management-Branche und ist seit August 2012 für UBS tätig. Zuvor arbeitete er für die Deutsche Bank und Lombard Odier. Raimund Müller ist CIIA-Chartholder und verfügt über einen Masterabschluss in Economics und Finance der Curtin University of Technology in Perth.