Finanzierung

Kredit ist die Finanzierungsform Nummer 1

Von Jürgen Ackermann · 2017

Welche Kreditform ist für welchen Finanzierungswunsch die passende?

Ob Autokauf, Unternehmensführung oder Studium – für die verschiedensten Bedürfnisse und Wünsche gibt es die unterschiedlichsten Darlehen.

Das neue Auto lockt, ein eigens Haus oder eine eigene Wohnung wäre auch prima, und für die Firma müssten auch mal neue Geräte angeschafft werden. Doch wie lässt sich all das finanzieren, wenn man nicht über das nötige Eigenkapital verfügt? Oft bietet sich in solchen Fällen die Aufnahme eines Kredites an. Der Kredit stellt nach wie vor die am häufigsten gewählte Form der Finanzierung dar. 
Doch welcher Kredit eignet sich für das jeweilige Vorhaben am besten, welche Kreditformen gibt es überhaupt? In der Regel werden Kredite in ihre verschiedenen Verwendungszwecke unterteilt. So werden zum Beispiel  Studienkredite von Studenten in Anspruch genommen, mit einem Autokredit lässt sich das eigene Auto finanzieren, und Immobilienkredite sind für den Immobilienerwerb gedacht. In der Vergangenheit haben Banken und Kreditinstitute immer mehr unterschiedliche Kredite entwickelt, die wiederum optimal auf die Bedürfnisse der jeweiligen Zielgruppe abgestimmt sind. Laufzeiten und Kreditrahmen wurden dabei ebenso bedacht wie Verwendungszwecke und Konditionen. 
Als «Urvater» des Kredites gilt der Ratenkredit, der auch als Oberbegriff für zahlreiche andere Kreditarten genutzt wird. So sind etwa Kleinkredite ebenso in die Gruppe der Ratenkredite einzuordnen wie Sofortkredite oder Blitzkredite. Der Ratenkredit sieht vor, dass ein Kredit in bestimmter Höhe für einen gewissen Zeitraum vom Kunden in Anspruch genommen wird und dass dieser den Kredit daraufhin in monatlichen Raten an den Kreditgeber zurückzahlt. 

Schnell aber teuer: Der Dispokredit

Der am schnellsten verfügbare Kredit ist der Dispokredit. Er ist allerdings auch am teuersten. Die Bank stellt ihn bis zu einer bestimmten Obergrenze automatisch bei der Eröffnung eines Girokontos zur Verfügung. Man kann jederzeit darüber verfügen. Die Zinsen sind aber relativ hoch, weshalb man ihn nur im Notfall in Anspruch nehmen sollte.
Beim sogenannten Rahmenkredit stellt die Bank, ähnlich wie beim Dispo, einen Kreditrahmen zur Verfügung. Die Zinsen sind relativ günstig und die monatliche Ratenhöhe kann man oft innerhalb eines Rahmens selbst wählen.
Hat man als Verbraucher vor allem eine grössere Anschaffung vor, kann sich die Aufnahme eines  Konsumentenkredites empfehlen. Die Zinsen werden hierbei immer auf die gesamte Kreditsumme gerechnet. Wichtig ist dabei auch, dass sowohl die Zinsen als auch die Tilgungsanteil über die Laufzeit konstant sind.
Hat man ein Auge auf ein neues Auto geworfen, gibt es den so genannten Autokredit. Er wird, wie die Bezeichnung schon deutlich macht, für die Finanzierung eines Wagens genutzt. Kunden profitieren mit einem Autokredit von attraktiveren Konditionen, die mit einer Barzahlung einhergehen können.
Geht es um die Führung eines Geschäftes, kommt man als Inhaber eines Unternehmens, Gewerbetreibender oder Freiberufler oftmals in die Lage, einen Unternehmenskredit aufnehmen zu müssen. Einen solchen Firmenkredit können Unternehmer beispielsweise in Weiterbildungen, neue Maschinen, Software oder zur Aufstockung ihrer Vorräte nutzen. Wichtig: Nicht nur bestehende Unternehmen können Kredite in Anspruch nehmen. Auch für Existenzgründer, die ein neues Unternehmen an den Markt bringen und über wenig Eigenkapital verfügen, können spezielle Gründerkredite erhalten.  

Beim Leasing auf Folgekosten achten

Eine weitere Form der Finanzierung, die sowohl Unternehmen als auch Privatleuten offen steht, ist das Leasing. Hierbei bezahlt man etwa für die Nutzung des Fahrzeugs eine monatliche feste Rate über eine vereinbarte Laufzeit. Allerdings entstehen beim Leasing auch verschiedene Folgekosten, über die man sich vor Abschluss eines entsprechenden Vertrages genau aufklären lassen sollte.
In unserer Lern- und Bildungsgesellschaft darf natürlich eine Kreditart nicht fehlen: Der Studienkredit. Nach dem Abitur schlagen viele Schüler den Weg des Studiums ein. Dies ist nicht selten mit hohen Kosten verbunden, und nicht jedem Student steht von Hause aus ein ausreichendes Kapital zur Verfügung, um diese Kosten tragen zu können. Fällt dann die Entscheidung auf einen Studienkredit, wird dieser zu Beginn des Studiums in Anspruch genommen. Allein schon dies hat den Vorteil, dass sich der Kunde von diesem Punkt an nicht mehr um die Finanzierung seines Studiums kümmern muss, sondern sich stattdessen voll und ganz auf das Lernen konzentrieren kann, was wiederum die Chance auf einen erfolgreichen Studienabschluss erhöht.
Zurückgezahlt wird der Kredit schliesslich dann, wenn der Student den Weg ins Berufsleben erfolgreich gemeistert und eine Arbeit gefunden hat. Da der erste Kredit für viele Studenten jedoch mit grossen Hürden verbunden ist, sollten Vertragskonditionen genau studiert werden, um am Ende nicht vor einem unkalkulierbaren Schuldenberg zu stehen.