Finanzierung

Und ewig lockt das Haus

Von Jens Bartels · 2017

Immobilien als Kapitalanlage: Auf die Finanzierung kommt es an.

Immobilien bleiben eine gute Kapitalanlage. Wichtig beim Kauf ist unter anderem eine intelligente Finanzierungsstrategie.

Die Geldanlage in Immobilien lockt mit Eigenschaften wie Sicherheit und Wertbeständigkeit. Zugleich gewinnt sie in Zeiten von Nullzinsen immer mehr an Strahlkraft.
Denn auf der einen Seite lässt sich aufgrund der niedrigen Zinsen die Anschaffung einer eigenen Immobilie bei Finanzinstituten zu attraktiven Konditionen finanzieren. Diese Bedingungen dürften sich auch im nächsten Jahr durch die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank nicht ändern: Die meisten Experten erwarten frühestens 2019 eine Rückkehr zu positiven Leitzinsen der EZB. Auf der anderen Seite können Anleger auch vom Erwerb von Immobilen als Renditeobjekte in der momentanen Situation langfristig profitieren, wenn sie bestimmte Grundsätze bei Auswahl, Kalkulation und Finanzierung der Immobilie beachten.

Hypothekar-Produkte

vergleichen Zunächst ein Blick auf die Finanzierung einer eigenen Immobilie.
Grundsätzlich verlangen Finanzinstitute, dass mindestens ein Teil der Kaufsumme einer Immobilie selbst aufgebracht wird. Der Rest wird mit einem Hypothekarkredit finanziert. Hier lassen sich im Prinzip drei Modelle unterscheiden. Bei einem variablen Hypothekar-Produkt gibt es keine feste Laufzeit und der Zinssatz wird laufend an die Kapitalmarktentwicklung angepasst.
Dagegen wird bei der Festhypothek der Zinssatz für die gesamte festgelegte Laufzeit schon bei Vertragsabschluss festgelegt. Die Faustregel: Je länger die Laufzeit, desto markanter ist die Abweichung der unterschiedlichen Zinssätze. Schliesslich bieten Finanzinstitute die
Libor-Hypothek an. Dieses Hypothekar-Produkt ist eine Mischform aus variabler und fester Hypothek, meist mit fester Laufzeit und variablem Zins. Der Zins wird dabei regelmässig dem Libor-Satz angepasst. Ein genauer Vergleich der angebotenen Hypothekar-Produkte ist auf der Suche nach dem besten Angebot unverzichtbar. Momentan bleiben Festhypotheken insbesondere in den längeren Laufzeiten weiter interessant. Auf diese Weise kann man sich die aktuell tiefen Zinsen auf Jahre hinaus sichern. Je nach eigener Situation kann es auch sinnvoll sein, verschiedene Produkte und Laufzeiten miteinander zu kombinieren und dadurch das Zinsrisiko zu diversifizieren.
So lässt sich etwa durch einen Mix von Produkten das Zinsänderungsrisiko auf unterschiedliche Basiszinsen verteilen.

Immobilie als Renditeobjekt

Wer Immobilien nicht als Wohnimmobilie, sondern als Renditeobjekte erwerben möchte, kann bei einer günstigen Finanzierung ebenfalls mit hoher Wahrscheinlichkeit das eingesetzte Kapital sichern und Wertzuwächse verbuchen.
Als privater Anleger ist es dabei von Vorteil, wenn ein Teil mit Eigenkapital investiert wird: Fachleute empfehlen als Mindestgrenze Eigenkapital in Höhe der Erwerbsnebenkosten.
Neben einer intelligenten Finanzierungsstrategie hängt eine wirtschaftlich erfolgreiche Investition in Immobilien auch von anderen Faktoren ab. Dazu gehört beispielsweise die Entscheidung,
ob eine einzelne Wohnung oder ein Mehrfamilienhaus erworben werden soll.
Aber auch Überlegungen zur Auswahl eines attraktiven Standortes, eine passende Kostenkalkulation oder eine realistische Risikoeinschätzung dürfen bei einer erfolgreichen Investition nicht zu kurz kommen.

Mit Crowdinvesting Ideen umsetzen

Für Investoren, die von Immobilien als Kapitalanlage ohne die starke Kapitalbindung beim Kauf der Renditeobjekte profitieren wollen, sind möglicherweise auch alternative Finanzierungsformen wie das Immobilien-Crowdinvesting von Interesse.
Die grundsätzliche Idee: Beim Crowdinvesting bringen mehrere Anleger den Kaufpreis einer Immobile als Renditeobjekt gemeinsam auf. Anleger sollten bei Interesse einen mittel- bis langfristigen Anlagehorizont im Blick haben. Die Vorteile einer solchen Finanzierung sind vielfältig. Auf diese Weise kann der Anleger selber bestimmen, in welche Immobilien er investieren möchte. Zugleich lässt sich dabei das eigene Portfolio gut diversifizieren.
Darüber hinaus wird der Investor im Grundbuch eingetragener Miteigentümer der ausgewählten Renditeobjekte und partizipiert bei einem möglichen Weiterverkauf an der Wert­entwicklung. Insgesamt sollten beim Blick auf die Rendite allerdings nicht die Menschen vergessen werden,
die in solchen Renditeobjekten wohnen. In der Regel danken es Mieter, wenn beispielsweise regelmässige Mietsteigerungen nicht immer bis zur äussersten Grenze umgesetzt werden und Investoren dadurch auch ihrer gesellschaftlichen Verantwortung gerecht werden.