Sparen und Vorsorge

Dritte Säule wird immer wichtiger

Von Katharina Lehmann · 2019

Die Umwandlungssätze bei den Pensionskassen sinken – die Schweizer müssen immer mehr eigenver­antwortlich vorsorgen. Dazu bietet sich vor allem die steuerbegünstigte Säule 3a an. Doch die Erhöhung der abzugsfähigen Maximalbeträge ist derzeit nicht in Sicht.

Nur gut die Hälfte der Schweizer Erwerbstätigen sorgen privat vor und zahlen Teile ihres Salärs in die steuerbegünstigte Säule 3a der Altersvorsorge ein. Gemäss der Schweizerischen
Arbeitskräfte­erhebung des Bundesamtes für Statistik nutzen 58 Prozent der Männer und 51 Prozent der Frauen die dritte Säule. Zuletzt zahlten sie rund 120 Milliarden Franken ein. Zum Vergleich:
In der Beruflichen Vorsorge landeten rund 900 Milliarden Franken.


Vorsorge im Wandel Immerhin: In den vergangenen Jahren zeigten sich konstante Zuwachsraten auf den Konten und Depots der dritten Säule – das individuelle Sparen wird wohl doch populärer. Und das muss es auch – vor allem vor dem Hintergrund der sich rapide verändernden Arbeitswelt: Teilzeitarbeit und andere flexible Arbeitsformen wie Projektarbeit, Werkstätigkeiten und Freiberuflichkeit sind im digitalen Zeitalter immer häufiger anzutreffen. Dagegen wird die Vorsorge in der dritten Säule jedoch auf Erwerbstätige beschränkt. Gerade Personen in atypischen Beschäftigungsverhältnissen, aber auch solche, die Erziehungs- und Betreuungsaufgaben wahrnehmen, bleiben von dieser steuerbegünstigten Sparmöglichkeit ausgeklammert.
Abhilfe schaffen könnte da die Möglichkeit der rückwirkenden Beitragszahlung in die Säule 3a, um entstandene Vorsorgelücken, etwa durch Erwerbsunterbrüche, auszugleichen. «Modelle für solche Nachzahlungen sind unterwegs», sagt Jan Schüpbach, Ökonom bei der Credit Suisse und Mitautor der Studie «Mind the Gap: Teilzeit, Auszeit, Vorsorgelücke». Keine Erhöhung der Maximalsätze Gescheitert ist dagegen der Anlauf, die abzugsfähigen Maximalbeträge für in der dritten Säule angesparte Beträge von derzeit 6’826 Franken auf 15’000 Franken für Unselbstständige und von 34’128 Franken auf 45’000 Franken für Selbstständige zu erhöhen.

Diesen Vorstoss lehnte der Bun­desrat jüngst ab mit der Begründung: Diese Anhebung käme vor allem den Versicherten mit einem höheren Einkommen zugute und würde gleichzeitig zu Steuerausfällen von jährlich 350 Millionen Franken führen. Klar ist dennoch: Angesichts der sinkenden Umwandlungssätze bei den Pensionskassen gewinnt das eigenverantwortliche Sparen in der steuerbegünstigten Säule 3a zunehmend an Bedeutung.