Altersvorsorge

Säule 3a wird immer wichtiger

Von Katharina Lehmann · 2019

Die Schweizer müssen in puncto Altersvorsorge immer mehr Eigenverantwortung übernehmen und selbst vorsorgen. Hilfreich ist dabei die steuervergünstigte Säule 3a.

Jugendliche interessieren sich erfahrungsgemäss nicht so wirklich für die Themen Alter und Rente. Das immer maroder werdende Altersvorsorgesystem der Schweiz hat in den vergangenen Jahren allerdings dazu geführt, dass immer mehr Schweizer Jugendliche mit Sorge in ihre Rentnerzukunft blicken. Vor allem die 16- bis 25-Jährigen gaben im aktuellen Jugendbarometer von Credit Suisse und dem Marktforschungsinstitut gfs Bern an, die AHV sei das Thema, das ihnen am meisten Sorge bereitet. «Die Abstimmung über die Altersvorsorge beziehungsweise die Debatte darüber scheint die Problematik verstärkt ins Bewusstsein der Jugendlichen gerufen zu haben», sagt dazu Manuel Rybach, Leiter Public Affairs and Policy bei der Credit Suisse. Dass gerade jüngere Menschen sich mehr für ihre Altersvorsorge interessieren, hat auch Werner Rutsch, Leiter des institutionellen Geschäfts von AXA Investment Managers in der Schweiz, erfahren. Zusammen mit den Meinungsforschern von gfs Zürich hat die Axa-Fondsgesellschaft Schweizer PK-Versicherte zum Vorsorgesystem befragt: Rutsch ist sich sicher: «Zweifellos wird das Thema Vorsorge weiter an Bedeutung gewinnen, und auch junge Leute werden sich vermehrt ihrer Pensionskasse widmen. Das bedeutet, dass automatisch genauer beobachtet werden wird, wie Vorsorgeeinrichtungen die Gelder der Versicherten investieren.»

Rentenkürzungen sind tabu

Befragt wurden die Studienteilnehmer auch zu den möglichen Reformen des Altersvorsorgesystems. Dabei wurde deutlich: Die Mehrheit der befragten Eidgenossen lehnt Rentenkürzungen ebenso ab wie die Heraufsetzung des Renteneintrittsalters. Stattdessen wären sie bereit, durch Steuervergünstigungen mehr freiwillig zu sparen und vor dem 25. Lebensjahr in die Pensionskasse einzuzahlen. Dazu bietet sich die dritte Säule, die private Vorsorge, an: Das steuerbegünstigte Säule-3a-Konto kann derzeit mit maximal 6‘768 Franken pro Jahr bespart werden, wenn der Versicherte einer Pensionskasse angeschlossen ist. Ist er dagegen nicht bei einer Vorsorgeeinrichtung versichert, zum Beispiel weil er selbstständig ist, kann er sogar bis zu 33’840 Franken oder 20 Prozent seines Einkommens steuerbegünstigt in die Säule 3a einzahlen. Für alle weiteren privaten Sparbeiträge gibt es die Säule 3b, für die es allerdings keine Steuervergünstigungen gibt. Neben der ersten Säule der Schweizer Altersvorsorge, der staatlichen Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHV), und der zweiten Säule, der beruflichen Vorsorge durch die Pensionskassen, gewinnt also die dritte Säule, die private Vorsorge, immer mehr an Bedeutung. Das zeigt sich auch daran, dass 86 Prozent der Schweizer sich selbst in der Verantwortung sehen, für das eigene Alter vorzusorgen. Das geht aus einer Umfrage der Swiss Life Gruppe und des LINK-Instituts zum Thema «Finanzielle Zuversicht» hervor, für die 838 Schweizer im Alter von 18 bis 79 Jahren befragt worden sind. Die populärsten Massnahmen zur Sicherung des gewünschten Lebensstandards im Alter sind «mehr sparen», «später in Rente gehen» und «Ersparnisse anlegen».

Sicherheit geht vor

Doch wie sollen Pensionskassen, Fondsgesellschaften und private Sparer die für das Alter zurückgelegten Beträge anlegen, um eine ordentliche Rendite einzufahren?
Laut Meinungsforschungsinstitut gfs Zürich ist den meisten Schweizern die Sicherheit des Kapitals am wichtigsten. Sie stehe noch vor hohen Renditen und guter Verzinsung. Dabei stehen Immobilien hoch im Kurs; sie sind im Vergleich zu Anlageklassen wie Aktien und Obligationen am beliebtesten und gelten als sicher. Alternative Anlagen wie Rohstoffe halten die Befragten dagegen für zu unsicher, zudem haben viele ethische Bedenken. Neben der Sicherheit legen die Befragten aber auch Wert auf sozial verantwortliche Investitionen und gesellschaftliche Ziele und würden dafür sogar Einbussen bei der Rendite hinnehmen. Doch auch verständliche Unterlagen und eine gute Beratung sind für viele Schweizer von Bedeutung, genauso wie Transparenz – gerade in Bezug auf die Pensionskassen. Denn die Befragten wollen regelmässig darüber informiert werden, wie die Pensionskassen ihr Geld anlegen.