Digitalisierung

Schweizer Bankensektor ist gut aufgestellt

Von Francois Baumgartner · 2019

Die Digitale Transformation verändert die gesamte Bank- und Finanzbranche der Schweiz und macht uns deutlich, dass plattformgebundene Produkte und Services gut funktionieren.

Der Schweizer Bankensektor weist einen hohen digitalen Reifegrad auf – unter 38 Ländern belegte er zuletzt den zweiten Platz. Das ergab die EMEA Digital Banking Maturity Study 2018 von Deloitte. Die dazugehörige Umfrage umfasst 238 Institute aus 38 Ländern im EMEA-Raum. In der Schweiz wurden insgesamt neun Bankhäuser befragt, darunter Universalbanken und ausgewählte Kantonalbanken sowie sonstige Retailinstitute. Doch wo konnten die Schweizer punkten und wo nicht? Im Zentrum der EMEA Studie stand vor allem die Beurteilung von digitalen Banking-Funktionen im Rahmen des Online und Mobile Banking. Das kann zum Beispiel die Möglichkeit für Kunden sein, Kreditkarten zu sperren oder zu entsperren – und zwar online von zu Hause auf Homecomputern und Tablets oder bequem von unterwegs via Smartphone. Die Schweizer Institute reüssierten aufgrund der Vielzahl an bereitgestellten Banking-Funktionen im Privatkundengeschäft. Den Schwerpunkt bildeten die Bereiche «tägliche Bankgeschäfte» sowie «Ausweitung der Kundenbeziehung». Beim Benutzererlebnis weisen die Schweizer Banken hingegen relativ schlechte Ergebnisse auf. Ganz neu und von der Studie unabhängig ist das Risikomanagement via Smartphone. Ein Beispiel ist die mobile Applikation der transaction factory AG. Diese bietet Banken ein zu jeder Zeit nachvollziehbares und transparentes Risikomanagement und liefert eine klare und detailgetreue Darstellung aller Risikoparameter auf einem sicheren Kommunikationskanal innerhalb des Bankinstitutes. Der weitere Ausbau dieser Anwendung kann unabhängig von den darunterliegenden Legacy Systemen jederzeit und auf Basis der genutzten Architektur erweitert werden. «Durch das aktuelle Hinzufügen neuer Funktionen kommen wir dem Ideal einer sicheren und vor allem App-gestützten Banksteuerung schon deutlich näher», erläutert Marco Marty, Vorstand der transaction factory AG und verweist zugleich auf den erfolgreichen Einsatz der digitalen Anwendung.

Blockchain und Kryptowährungen

Auch Fondshäuser, Versicherungsgesellschaften und andere Finanzmarktakteure werden zu Plattformbetreibern im Netz. Darüber hinaus erhöhen künstliche Intelligenz und Robo-Advisor-Angebote die Attraktivität vieler Finanzdienstleistungen. Der Rohstoff für diese digitalen Disruptoren sind stets Bits und Bytes. Besonders spannend sind auch die aktuellen Entwicklungen auf dem Markt für Sachwerte­investments. «Alternative Investmentfonds, kurz AIF wie auch weitere Finanzierungsstrukturen können mittlerweile ebenso digital gezeichnet werden. Der Informationsaustausch mit Investoren erfolgt ebenfalls schnell und transparent über digitale Kanäle. Die Digitalisierung bietet zudem beteiligten Protagonisten Visibilität und Durchsicht durch alle Ebenen hindurch, angefangen vom Fonds bis hin zum Asset Management», erklärt Kai Renning, Senior Portfoliomanager der XOLARIS Gruppe. Damit sei man in der Lage, eine grosse Anzahl an Assets und ein entsprechend hohes Investitionsvolumen effizient zu verwalten. Ein weiteres gutes Beispiel für die digitale Transformation der Branche ist die neue Wealth-Management-Plattform «Planet of Finance», die in 2016 mit allein 160‘000 Investoren und insgesamt 4‘000 Finanzinstitutionen den Markteintritt wagte. Die Onlineplattform bietet Finanzprofis einen einfachen sowie transparenten Zugang zu den besten Anlagespezialisten in insgesamt 84 Ländern. Die fundamentalste Innovation ist aber derzeit wohl die Blockchain. Sie ist eine verschlüsselte Datenbank, in der alle Informationen zu einer Transaktion zwischen mehreren Parteien auf deren Computer dezentral gespeichert werden. Weil alle Datensätze ständig miteinander abgeglichen werden, sind einzelne Informationsblöcke nicht manipulierbar. Durch die dezentrale Ablage der Informationen ist das System de facto fälschungssicher und kann somit vernetzte Produkte vor Hackerangriffen schützen. Die prominenteste Blockchain-Anwendung ist der Bitcoin, die bekannteste Kryptowährung unter vielen. «Digitale Assets sind mittlerweile unter anderem auch mittelbar über AIF investierbar. Darüber hinaus kann man in die Infrastruktur für das Mining von Bitcoins investieren. Mit unserem ersten Bitcoin Farming Fonds für professionelle Investoren ist dies möglich», so Kai Renning, Senior Portfoliomanager der XOLARIS Gruppe abschliessend.