Investment

Wetten auf die Zukunft

Von Jens Bartels · 2019

Geldanlage verlangt in Zeiten von niedrigen Zinsen die Überlegung, welche Themen künftig wichtig werden. Dazu nach­folgend ein paar Investmenttipps.

Leider gibt es immer noch keine Glaskugel, die einen Blick in die Zukunft ermöglicht. Dennoch ist es manchmal gar nicht so schwer, Trends für die nächsten Jahre recht sicher vorauszusagen und entsprechende Investitionen zu tätigen. So wünschen sich viele Menschen, einmal in ihrem Leben in das Weltall zu düsen. Dieser Wunsch wird für den einen oder anderen Urlauber bald in Erfüllung gehen. Laut der US-Raumfahrtbehörde Nasa sollen ab 2020 auch Touristen zur Internationalen Raumstation fliegen dürfen. Ticketpreise für Hin- und Rückflug liegen bei rund 58 Millionen Dollar. Für das Leben an Bord der Raumstation müssen die Urlauber zusätzlich etwa 35’000 Dollar täglich bezahlen. Diesen Trend können Anleger mit dem Kauf von Weltraumtechnologie-Aktien begleiten. Dazu zählen Hersteller von Raketenantrieben wie Aerojet Rocketdyne, der Satellitenhersteller und -betreiber Thales oder der US-Konzern Boeing. Der Flugzeugbauer entwickelt derzeit Raumkapseln für die privaten Reisen ins All.

Blockchain im Crypto Valley

Auch andere Themen werden in Zukunft mit Wachstum punkten. Dazu zählen die Blockchain-Technologie, das Thema Künstliche Intelligenz (KI) oder das autonome Fahren. Im Zusammenhang mit Blockchain wird oft nur über Bitcoin gesprochen. Dabei spielt die Kryptowährung lediglich eine kleine Rolle, wenn es um die Nutzungs- und Einsatzmöglichkeiten der Blockchain-Technologie geht. So können etwa mit Kryptowährungen Prozesse in Zukunft dezentral ohne Mittelsmann sicher und vertrauenswürdig ausgeführt werden. Klar ist: Mit­- hilfe der Blockchain-Technologie werden Unternehmen künftig eine Vielzahl innovativer Geschäftsmodelle entwickeln. Gerade erhält die ganze Branche neuen Schwung durch die Nachricht, dass Facebook an einer eigenen Kryptowährung mit dem Namen Libra arbeitet. In der Schweiz gibt es eine ganze Reihe von Start-ups, die sich mit dem Thema Blockchain befassen. Viele dieser Unternehmen haben ihren Sitz im Kanton Zug, wo in den vergangenen Jahren das Crypto Valley entstanden ist. Darunter sind mit Ethereum, Bitmain und Cardano auch sogenannte Unicorns.

Das sind Start-ups mit einer Bewertung von über einer Milliarde US-Dollar. Zwar ist laut dem Report des Beratungsunternehmens PwC in Zusammenarbeit mit der Zuger Blockchain-Beteiligungsgesellschaft CV VC und dem IT-Dienstleister Inacta die Marktbewertung der 50 grössten Schweizer und Liechtensteiner Blockchain-Unternehmen vom dritten zum vierten Quartal 2018 von 44 auf 20 Milliarden US-Dollar gesunken. Dennoch hat sich die Anzahl der Schweizer Unternehmen, die mit der Blockchain-Technologie arbeiten, im gleichen Zeitraum von 629 auf 750 erhöht. Auch im Bereich der Künstlichen Intelligenz wird es Gewinner geben und Unternehmen, deren Ansätze sich nicht am Markt bewähren. Was jedoch heute schon sicher ist: Die Technologien rund um das Thema KI werden sich durchsetzen. So sind neuronale Netzwerke besser als je zuvor in der Lage, Muster zu erkennen, die durch Menschen trainiert wurden. In der Gesundheitsindustrie werden neuronale Netze bereits verwendet, um etwa Blutbilder in Echtzeit zu messen. Ärzte sind dadurch in der Lage, Proben innerhalb von Sekunden zu analysieren, um dann die richtige Behandlung einzuleiten. Ein anderes Beispiel ist die Produktion von Autoteilen. In diesem Bereich werden direkt im Produktionsprozess Mängel wie etwa Risse kontrolliert, ohne dass ein Mensch durch manuelle Arbeit den Produktionsprozess verlangsamt. Somit können grössere Stückzahlen in der gleichen Zeit hergestellt werden. Für KI im gesamten industriellen Fertigungsprozess trägt auch die Schweizer Aktiengesellschaft ABB mit ihren lernenden Systemen bei.

Alle vier Geschäftsbereiche des Konzerns, also Elektrifizierungsprodukte, Robotik und Antriebe, Power Grids und Industrieautomation tragen dazu bei, technologische Innovationen voranzutreiben. KI wird auch bei selbstfahrenden Autos eine grosse Rolle spielen. In diesem Zusammenhang sind beispielsweise die Aktien von Alphabet ein guter Startpunkt für Investoren. Denn die Muttergesellschaft von Google investiert seit Jahren in selbstfahrende Autos und hat gute Chancen dazu, eines der führenden Unternehmen in diesem Segment zu bleiben.